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 Schreibi schreibi schreibi... 
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#3981Beitrag Re: Schreibi schreibi schreibi...
"Jaaa, schreiben tu ich genug... Aber einen Film mit nem Drehbuch von mir hält glaub ich keiner aus", er grinste beklemmt und trank dann sein Bier aus.
"Ich glaube, ich gehe dann mal langsam... Vielleicht kann ich ja mal schlafen, wenn sie-..."
In just diesem Moment fing sein Handy wieder an zu klingeln.
Er seufzte gedehnt.
"Kann sie Gedanken lesen oder so?... Naja, danke für die Unterhaltung und schönen Abend noch..."
Er legte das Geld für das Bier zuzüglich Trinkgeld auf den Tresen, winkte und nahm im rausgehen noch das Handy ab, um mit Cavabe zu telefonieren.
Während er das tat ging er noch in den kleinen 24-Stunden-Supermarkt um die Ecke und kaufte dies und das noch ein, während er ruhig mit ihr redete.
Schließlich machte er sich dann auf den Nachhauseweg.

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18. Aug 2017 14:50

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#3982Beitrag Re: Schreibi schreibi schreibi...
Als die letzten Gäste schließlich gegangen waren, schickte Chrys Kathy nach Hause.
Es war ihr ein Rätsel, wie jemand so Kleines mit einer so leisen Stimme so viel reden konnte.
Wie schon vorgestern und gestern kam Shayne zu ihr rüber, als sie mit dem Aufräumen fast fertig war, um sie zu fragen, wie es gelaufen war.
Wie schon vorgestern und gestern antwortete sie "Gut" ohne ihn dabei auch nur anzusehen.
Anders als vorgestern und gestern setzte er sich auf die Kante eines der Tische, bei denen sie noch nicht gewesen war, bis sie schließlich auf- und ihn ansah.
"Was machst du da?", fragte sie bissig.
"Konfrontationstherapie", antwortete er grinsend.
"Ich konfrontier' dich gleich mal", knurrte sie vor sich hin, als sie sich ab- und dem vorletzten Tisch zuwandte.
Allerdings konfrontierte sie ihn nicht. Sie erduldete einfach stumm und mit zusammengebissenen Zähnen, dass er da saß, warf, als sie fertig war, ihren Lappen ins Spülbecken und floh Hals über Kopf aus der Tür Richtung ihres - neuen - Zuhauses.
Draußen auf der Straße konnte sie endlich wieder vernünftig atmen, sodass sie ihr Handy rauskramte und Cavabe schrieb:
>>Du schläfst bestimmt schon, aber ich wollte mich dafür entschuldigen, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe...also, tut mir leid. Wie geht es dir?<<

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18. Aug 2017 14:59
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#3983Beitrag Re: Schreibi schreibi schreibi...
„Oh, da bist du ja endlich!“
Als Kaen in die Wohnung kam, lag Cavabe auf dem Sofa, die Beine hochgelegt auf einen Stapel Kissen. „Wie geht’s dir? Hast du die Streusel mitgebracht?“
„Ja, naja, alles okay eben… Bei dir? Besser jetzt?“, wollte er wissen, als er sich die Schuhe abstreifte und zu ihr lief.
Sie nickte eifrig, als sie das kleine Tütchen von ihm entgegen nahm und bedankte sich für den Botengang mit einem liebevollen Küsschen.
„Ja, ist gerade besser… Ich glaube, mir geht’s heute nicht so gut, weil ich so viel gestanden habe…“, mutmaßte sie etwas verlegen.
„Wieso denn das?“, Kaen setzte sich dorthin neben sie auf die Couch, wo sie ihm gerade Platz gemacht hatte.
„Naja, ich hab für dich Abendessen gekocht und Muffins gebacken… Zumindest sind die Muffins quasi für dich, weil ich extra für dich nichts mit Schokolade und nichts mit Erdbeeren gemacht hab“, sie grinste und zog langsam ihre Beine an, um sich –sehr schwerfällig- so zu bewegen, dass sie in absehbarer Zeit von der Couch kommen würde.
„Bleib sitzen, ich mach schon“, Kaen schob sie wieder an ihren Platz,“ Das ist lieb von dir“, fügte er lächelnd hinzu,“ Also dass du für mich gekocht hast. Aber bitte übernimm dich nicht, ja?“
„Ich bin doch keine kranke Kuh“, erinnerte sie ihn, sich jetzt doch hoch hievend.
Mit dem Tütchen schluffte sie in die Küche, um die bunten Zuckerstreusel, die Kaen ihr mitgebracht hatte, auf die Muffins zu streuen –immerhin war die Glasur noch immer nicht fest. Was auch immer sie damit falsch gemacht hatte.
„Von kranken Kühen redet ja auch gar keiner.“
Er war ihr in die Küche gefolgt und schaute ihr beim Dekorieren zu.
„Mooomentchen“, überging sie seinen beschwichtigenden Kommentar.
Sie hielt sich mit beiden Händen an der Arbeitsfläche fest, machte die Beine breit und versuchte, so tief wie möglich zu kommen, um Teller aus dem Geschirrschrank zu holen, ehe sie sich ächzend wieder hoch drückte.
„Sag doch was“, Kaen hatte ihr helfen wollen, war aber zu spät.
„Wie gesagt: Geht schon“, sie scheppte aus den Töpfen, die auf dem Herd köchelten auf die Teller und drückte Kaen dann den vollsten in die Hand. „Bon Appetit.“
Er betrachtete das Essen. Salzkartoffeln, Rahmspinat, Rindergulasch und Tagliatelle. Das war tatsächlich selbstgekocht und sah auch noch dazu essbar aus.
„Ähm vielen Dank“, er griff ihren Teller ebenso und lief damit ins Wohnzimmer.
Sie machte noch die Muffins fertig und folgte ihm dann zum Essen.
Sich gerade hingesetzt bemerkte sie, dass ihr Handy blinkte.
Sie griff es also auf und las freudig die Nachricht von Chrys.
„Hey, Chrys weilt wieder unter den Lebenden!“, teilte sie Kaen, der seinen Teller schon fast leer gemampft hatte, freudig mit, während sie ihr antwortete.
>>Kein Problem.
Mir geht’s echt gut ^^
Hatte mir nur Sorgen um dich gemacht.
Ist alles ok bei dir? Was hast du gemacht?
<<

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18. Aug 2017 15:13

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#3984Beitrag Re: Schreibi schreibi schreibi...
>>Super :)
Brauchtest du nicht, bei mir ist alles in Ordnung.
Ich war...auf Bildungsreise, sozusagen :D Erzähle ich dir die Tage mal.<<
Sie unterbrach ihr Tippen zwischendrin, um ihren Daumen zuerst auf den Türknauf der Haustür zu legen, der darauf grün blinkte, dann nochmal auf den am Aufzug und schließlich auf die Nummer mit ihrer Etage - auf die anderen Etagen kam sie größtenteils nicht, das hatte sie gestern schon probiert. Über den Weg gelaufen war ihr bisher auch niemand, dabei ließen die zwölf Stockwerke durchaus vermuten, dass sie nicht allein in dem Komplex wohnte.

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18. Aug 2017 15:27
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#3985Beitrag Re: Schreibi schreibi schreibi...
Nach dem dritten Teller Gulasch-Misch-Masch wurde Kaen dann noch mit den Muffins gefüttert.
Nachdem sie also das Geschirr in die Küche gebracht hatte, kehrte sie, statt auf die Couch, ins Bett zurück, wo sie sich vorsichtig hinlegte, ganz gerade und möglichst entspannt.
Sie versuchte, ruhig zu atmen, während sie die Decke anschaute.
Kaen kam ihr alsbald nach und setzte sich auf die Bettkante.
Er streichelte ihr über die Wange.
„Schon wieder?“, hakte er mitleidig nach.
„Naja…“, ebbte sie leise an,“ also eigentlich… ist das eher immernoch… es war nur eben nicht so schlimm, dass mir wieder schwindelig wurde…“
„Jetzt im Ernst?“, seine Augen wurden ganz groß,“ Ähm… aber das ist jetzt… naja, also… Ist das jetzt in echt so oder nur wieder falscher Alarm?“
Sie schaute zunächst nachdenklich in seine Augen, als wäre da die Antwort verborgen, ehe sie abschätzig wieder an die Decke blickte.
Ihre Schultern zuckten leicht.
„Ich kann es nicht auseinander halten“, meinte sie schließlich,“ Ich meine, ich hab sowas ja noch nie gemacht…“
„Jaja, ich weiß ja, dass du das noch nie gemacht hast, aber… Also wie schlimm tut es denn weh und wie lange schon?“, versuchte er es weiter.
Daraufhin überlegte sie einen Augenblick.
„Naja, es ist gerade nicht mehr sooo schlimm… Als ich dich angerufen hatte, war es richtig schlimm und eben auch, aber jetzt nicht mehr… Und naja, das ist schon immer mal und mal so, seit einer Weile… Vielleicht so seit einer Stunde oder so?“
Sie schaute ihn fragend an, als wolle sie wissen, ob das stimme.
Er starrte auf sie herunter. Er fühlte sich gerade wie gelähmt und das nicht nur körperlich durch Müdigkeit und Verdauungstief, sondern auch geistig –irgendwie.
Nach einer quälend langen Ewigkeit, bekam er endlich wieder einen Ton heraus.
„Möchtest du noch abwarten, weil du es… naja für falschen Alarm hältst oder willst du lieber ins Krankenhaus gehen..?“
Sie schwieg einen Moment und schaute grübelnd an die Decke.
Dann nahm sie ihr Handy, drückte darauf ein bisschen herum, als würde sie ihren Terminplan checken, ob sie Zeit für soetwas hatte. Sie schrieb Chrys zurück, dass sie ja mal vorbei kommen könnte –sie würde sich darüber freuen- und legte das Handy dann wieder neben sich auf das Bett.
Wieder den Blick an die Decke gerichtet ließ sie sich von Kaen weiter anstarren.
Eine ewige Ewigkeit später –drei Minuten oder so- zuckte sie und richtete sich im gleichen Augenblick auf.
„Krankenhaus“, sagte sie jetzt mit gepresster Stimme und ließ sich von Kaen auf die Beine helfen und stützen, während sie gekrümmt zur Garderobe lief, wo sich beide Schuhe anzogen und Kaen für sie noch eine Jacke einpackte, während sie ihre Handtasche griff, ehe beide schon aus dem Haus waren.

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18. Aug 2017 15:36

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#3986Beitrag Re: Schreibi schreibi schreibi...
Ganz oben auf der 12. Etage in ihrer Wohnung, die aus einem kleinen Bad, einer Wohnküche und ihrem Schlafzimmer bestand, ließ Chrys ihre Tasche fallen, ihr Handy oben drauf, und rutschte mit dem Rücken an der geschlossenen Wohnungstür herab, bis sie auf dem Boden saß.
Da angekommen, vergrub sie ihr Gesicht in den Händen, stieß einen Seufzer aus und blieb lange Minuten völlig unbewegt dort sitzen - das schien zu sowas wie ihrer Feierabendroutine zu werden.
Erst als sie damit fertig war, hielt sie die Seite ihrer Hand an den Sensor, der das Licht einschaltete, räumte ihre Sachen weg, ging wie ferngesteuert duschen und dann direkt ins Bett (ein Einzelbett, nicht bequemer als ihre Couch in der Bar).

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Zuletzt geändert von Lena am 26. Okt 2017 18:24, insgesamt 1-mal geändert.

26. Okt 2017 18:23
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#3987Beitrag Re: Schreibi schreibi schreibi...
Den Weg legten sie in der Form zurück, dass Kaen Cavabe gewissermaßen stützte, während er gleichermaßen ihre Sachen trug.
Ihre Geschwindigkeit war ein wenig eilig, aber auch nicht gerannt, sodass sie recht schnell, aber auch nicht zu schnell vorankamen. Bald waren sie also in Kaens Haus und auch schon wieder draußen auf der Straße.
„Sag mal“, ebbte er an, während sie unter den Straßenlaternen hindurch die leere Straße entlang liefen,“ Das ist jetzt wirklich echt, oder? Für falschen Alarm geht es schon zu lange…“
Sie hörte die starke Anspannung aus seiner Stimme heraus und grinste darüber angestrengt.
„Du bist ja aufgeregter als ich“, behauptete sie, aber das stimmte gar nicht. „Man könnte fast meinen, dass du gleich ein Baby rausdrücken wirst.“
Allein diese Bemerkung löste in ihm ein sehr mulmiges Gefühl aus…
„S-sag es bitte nicht noch… Ähm… also ich will dich noch was fragen, weil ich darüber heute nachgedacht habe…“
„Hm?“
Kurzes Schweigen seinerseits. Dann meinte er:“ Also ich wollte gern wissen, wann du das letzte Mal bei einer von diesen ominösen Untersuchungen warst… naja und ob du überhaupt bei allen warst, weil ich ja nur 2 – 3-mal mit war…“
„Also das letzte Mal war vor ner Woche und natürlich war ich bei allen, seitdem wir das erste Mal zusammen hin sind… Wieso sollte ich auch nicht? Wie kommst du darauf überhaupt?“ Ihrer Antwort folgte ein anklagender Blick, dem Kaen mit seinem Blick wiederum auswich. Er schluckte.
„Ist ja auch egal…“, murmelte er darauf.
Dann halt einfach die Fresse!“, fauchte sie ihm bei seinem Gemurmel fast ins Wort.

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26. Okt 2017 18:30

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#3988Beitrag Re: Schreibi schreibi schreibi...
Chrys hatte zahllose Nächte hinter sich, in denen sie überhaupt nicht geschlafen hatte oder zumindest krampfhaft versucht hatte, sich am Einschlafen zu hindern, aber alles, was ihr das gebracht hatte, war die ernüchternde Gewissheit gewesen, dass sich daran nichts geändert hatte. Sie musste immer noch schlafen und sie hatte immer noch dieselben Albträume.
Was sich geändert hatte, war, dass sie ihr im Schlaf nicht mehr als Albträume erschienen - sie spürte keine Angst und kein Grauen, und dass ihr das beim Aufwachen bewusst wurde, machte es in gewisser Weise nur schlimmer.
In den vergleichsweise frühen Morgenstunden saß sie also auf ihrem Bett und wiederholte flüsternd, was sozusagen ihr Mantra geworden war.
Sie würde niemandem wehtun. Sie würde niemandem wehtun. Sie würde niemandem wehtun.
Sie würde niemandem wehtun.
Niemand codierte eigentlich nur für einen überschaubaren Personenkreis.
Sie hatte keine Ahnung, wie Shayne das machte, oder wie Sean es gemacht hatte, aber sie hatte vollstes Verständnis dafür, dass Sophia es nicht konnte und Lukes Arme voller Narben waren.
Als sie ihn anrief, war es neun Uhr an einem Sonntagmorgen. Eine Zeit, zu der sie vor ein paar Monaten gerade ins Bett gegangen wäre.

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26. Okt 2017 18:48
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#3989Beitrag Re: Schreibi schreibi schreibi...
Im Krankenhaus angekommen, liefen sie schnurstracks durch die kleine Eingangshalle, in der einige Leute saßen und darauf warteten, dass sie endlich dran kamen, zur Anmeldung. Hinter der Theke saß eine der Krankenschwestern mit honigblondem Pferdeschwanz und einem hilfsbereiten Lächeln auf den matt-rosa Lippen.
Als sie Kaen und Cavabe hatte reinkommen sehen, hatte sie sofort angefangen, in ihrem PC herum zu tippen, sodass sie, bevor sie überhaupt etwas zu ihr sagen konnten, den beiden ein Anmeldeformular vor die Nase legte.
„Hallo“, grüßte die Schwester beschwingt lächelnd, während sie weiter in ihrem PC tippte,“ Du musst auf dem Formular hier nur deinen Namen eintragen und es unten unterschreiben –den Rest kannst du nach der Entbindung in Ruhe auf dem Zimmer ausfüllen oder du lässt es deinem Freund zur Beschäftigung da, während du vorbereitet wirst“, erklärte sie Cavabe, die nickte und sich über das Formular beugte um zu tun, wie ihr geheißen.
Als sie vom Ausfüllen aufschaute, weil sie fertig damit war, legte die Schwester ihr noch einige weitere Blätter hin.
„Also das hier ist die Bestätigung, dass du gern ein Zimmer hier haben willst für die Dauer deines Aufenthaltes und das hier ist der Antrag auf ein Einzelzimmer –keine Sorge, das kostet nichts extra, sondern ist im Service der Babystation mit drin. Die Anträge sind nur pro forma.“
Cavabe unterschrieb die beiden Formulare also auch einfach blind und schob dann den Stapel Kaen hin, den sie damit beauftragte, sich das mal durchzulesen und fertig auszufüllen.
Währenddessen hatte die Empfangsschwester schon eine Kollegin angepiept, die auch schon um die Ecke kam.
Die junge Frau, die da schnellen Schrittes auf Cavabe zukam, hatte ein paar Sommersprossen, sowie ein freundliches Lächeln im Gesicht. Ihr braunes Haar trug sie zu einem lockeren Dutt gebunden und ihre Ohren glitzerten vor lauter Steckern.
„Hallöchen, mein Name ist Ewa. Ich kümmere mich während der Entbindung um dich und bin später deine Ansprechpartnerin. Kannst du noch allein laufen oder soll ich dir einen Rollstuhl organisieren?“
Cavabe schmunzelte über ihre Aufgeschlossenheit.
„Nee, geht. Danke. Ich bin Arainai, freut mich“, sie gluckste.
„Ah ja, jetzt wo du’s sagst, du kamst mir gleich bekannt vor“, fiel Ewa ein.
Cavabe lächelte vage darüber und wandte sich dann an Kaen.
„Also du machst das hier alles fertig und schaust mal, was ich da unterschrieben hab und wenn der Papierkram erledigt ist, kommst du auch nach, oder?“
Er schaute verdutzt in ihre hoffnungsvollen Augen.
„Äh klar. Wenn ich darf, komm ich gern… Äh…“
Während er noch nachdachte, wandte sie sich bereits wieder Ewa zu, wobei sie in dieser Bewegung mit ihrer Hand über seinen Arm strich.
„Klar, sollst du mit, du Blödmann…“, murmelte sie, während sie schon von Ewa gestützt im Flur verschwand.
Kaen schaute ihr mit verzogenem Gesicht hinterher.
„Es wird alles gut gehen“, versicherte ihm die Stimme der Empfangsschwester, die durch seine Gedanken brach. „Wir haben hier sehr kompetente und freundliche Schwestern, die sich um die jungen Mütter und die Babys kümmern.“
Kaen seufzte daraufhin lediglich leise genervt, mit den Augen die Formulare von Cavabe überfliegend. Dabei drehte er den Kuli, der auf den Formularen gelegen hatte zwischen seinen Fingern.

Nachdem Kaen sämtliche Formulare für Cavabe so gut er eben konnte ausgefüllt hatte, führte ihn eine der Schwestern auf Anweisung der Empfangsschwester bis in einen Flügel des Gebäudes, den er noch nie betreten hatte: die Säuglingsstation.
Diese besondere Station war durch schwere, schalldichte Brandschutztüren vom Rest des Krankenhauses abgetrennt. Wenn man diese Türen allerdings durchschritt, befand man sich förmlich in einer anderen Welt.
Die Wände waren in sanften Pastellfarben gestrichen und mit niedlichen Figürchen und Formen bemalt, während die Gänge ebenso ansprechend eingerichtet waren mit bequem aussehenden, cremefarbenen Wartebänken, einigen Sträuchern und überall standen Regale mit Zeitschriften und aktuellen Bestsellerromanen darin, sowie Automaten für Süßigkeiten und verschiedene Getränke. Auch der Geruch dort war gar nicht so krankenhaushaft, wie… naja, im Rest des Krankenhauses eben… Die ganze Atmosphäre dort war sonderbar aber sehr angenehm –irgendwie.
Kurzum: man merkte, dass diese Station von Frauen betrieben wurde.
Davon abgesehen, wie seltsam die Station also an sich war, war auch total seltsam, dass er sich überhaupt dort aufhielt, denn er hätte nie gedacht, dass er das mal würde…
Das Fliegenlassen der Gedanken hatte ihn, wie er jetzt bemerkte, vor eine große Flügeltür geführt. Über dieser hing ein Schild mit der Aufschrift „Kreissaal“.
Kaen schluckte. Mit Prüfblicken nach links und rechts versicherte er sich, dass ihn niemand sah, ehe er gegen die Tür klopfte, bevor er vorsichtig eintrat.
Was er da betrat war ein geräumiges Zimmer mit Wänden in ruhigem hell blau und hellem Boden. Das Klima im Raum war angenehm kühl, aber nicht kalt. Und es duftete ganz leicht angenehm nach irgendwelchen Blumen -oder so.
Lediglich war der Raum nicht rund, weswegen Kaen sich gedanklich an dem Schild über der Tür störte, während er sich umschaute.
In der Mitte des Zimmers lag Cavabe auf einem seltsamen Stuhl in sehr unbequem aussehender Haltung. Ihre Beine waren auf einer Halterung abgelegt, die sie leicht nach oben, aber vor allem auseinander hielt. Diese Halterung konnte man allerdings erst auf den zweiten Blick erkennen, da alles mit einer kuscheligen Decke zugedeckt war.
Ihre Arme lagen relativ locker auf den weich aussehenden Armlehnen des wohl auch sonst gut gepolsterten Stuhls und ihre Finger nestelten an den Rändern der Decke herum, während sie ins Leere starrte.
So zuckte sie erschrocken zusammen, als – plötzlich - Kaen neben ihr stand, der sich vorher kurz mit Ewa unterhalten hatte, die gerade dabei war, alles was gebraucht werden würde auf einem Blechwagen anzurichten.
„Ich hab deine Formulare ausgefüllt“, begrüßte er sie auf ihren Schock hin mit einem breiten Grinsen, wobei auch sie unweigerlich ein bisschen mitschmunzeln musste,“ Bist du jetzt stolz auf mich?“ Erst aus der Nähe konnte er erkennen, wie erschöpft und überanstrengt, sie bereits aussah. Unter ihren stumpfen Augen lagen dunkle Schatten und ihre Haut war leicht fleckig geworden. Außerdem stand ihr der Schweiß auf der Stirn.
„Ja, ganz stolz“, stimmte sie ihm ganz ganz vage lächelnd zu. Das Lächeln auf ihren Lippen wich allerdings rasch einem eher angestrengten Ausdruck, so als wollte sie bei einem Schauspielcasting mit aller Gewalt nicht aus ihrer Rolle fallen.
Kaen lief zur Wand, an der ein paar Stühle standen, von denen er sich einen neben sie zog, um sich zu ihr zu setzen und ihr über’s Haar zu streicheln.
„Wie geht’s dir?“, während er fragte, fiel sein Blick auf ihre Fingernägel, die den Stoff der Decke schon fast durchgewetzt hatten, weil sie sich ständig hinein krallten und daran herum nestelten. Er seufzte leise.
„Lass mich einfach!“
Er zuckte, als sie ihn aus dem scheinbaren Nichts so anfuhr.
„Wieso muss ich das hier alles machen?! Mach auch mal was, weil ich will nicht mehr, Kaen! Hörst du?! Ich will einfach nicht mehr! ... Mach doch mal was… Bitte, Kaen…“, ihr Motzen ging mehr in ein elendes Quengeln über. Ihre Lippen zitterten, als kämpfe sie gegen Tränen an.
Kaen zögerte kurz, griff dann aber nach ihrer Hand und drückte sie.
„Du überträgst jetzt deine Schmerzen auf mich“, erklärte er ihr, woraufhin er nur einen bösen Blick erntete.
„Ich weiß, du findest das schwachsinnig, aber es klappt wirklich! … Naja in gewissermaßen auf jeden Fall. Ich hab‘s ausprobiert. Na komm schon – tu mir weh“, bat er nochmal mit einem hoffnungsvollen Lächeln.
Eigentlich hatte sie ihn nochmal anfahren wollen, aber komischerweise war dieses Bedürfnis in dem Moment verflogen, in dem er ihre Hand ergriffen hatte. Sie fühlte sich allein dadurch schon irgendwie besser…
„Ich störe ja echt ungern, aber ich fürchte, ich muss“, Ewa war auf der anderen Seite neben Cavabe aufgetaucht und grinste die beiden an, die in ihren Augen kleine Turteltäubchen waren.
„Kein Problem“, erwiderte Kaen darauf mit der Mine eines Vorgesetzten, der es entschuldigte, dass sein Untergebener ihm aus Versehen zwei Tropfen Milch in den Kaffee getan hatte, statt einen – also so, wie Sukaiku immer aussah.
Ewa blätterte in der Akte, die sie in der Hand hatte und hielt Cavabe und Kaen prompt ein grau-schwarzes Ultraschallbild vor die Gesichter.
„Das ist die Aufnahme, die wir vorhin gemacht haben, als wir hier ankamen. Darauf sitzt alles richtig. So, wie bei der letzten Untersuchung auch“, sie hielt vergleichsweise auch das Bild von der letzten Untersuchung neben das neue, als ob man darauf besonders viel erkennen könnte.
Kaen nickte, Cavabe bemühte sich einfach, ihr ruhig zuzuhören. Allerdings fiel es ihr mittlerweile immer schwerer und schwerer, den Wehen nicht nachzugeben und sie einfach auszusitzen, wie Ewa es ihr gesagt hatte.
„Es sitzt also alles, wo es hin soll. Wir haben alles, was wir brauchen könnten beisammen gesammelt. Du bist offen und die Wehen scheinen auch noch da zu sein… Ich würd also sagen, dass wir anfangen können“, verkündete sie sehr positiv, ehe sie zur Tür huschte und dort den roten Rufknopf drückte.
Wenig später hatten sich einige Schwestern im Raum eingefunden. Während zwei davon sich um das Hauptgeschehen kümmerten, war Ewa wieder an Cavabes freier Seite aufgetaucht.
„Also im Endeffekt ist es ganz einfach“, fing sie beschwingt an,“ Du musst nur versuchen, den Schmerz raus zu pressen, wenn die Wehe kommt und ansonsten konzentrierst du dich auf’s Atmen. Okay?“
„Ja, ich… schätze schon…“, stimmte Cavabe ihr etwas schlapp zu.
Atmen und pressen? Okay. Hauptsache, es ging vorbei.
Ihr war im Moment alles egal. Wo sie lebte und mit wem. Geld. Wie sie aussah. Egal. Alles egal. Hauptsache, es ging vorbei.
Kaen las noch diese Leere aus ihrem Blick heraus, als er plötzlich spürte, wie seine Hand zerdrückt wurde.
Cavabe wand sich mit schmerzverzerrtem Gesicht ächzend auf dem Stuhlpolster und dabei gruben sich ihre Fingernägel in Kaens Handrücken.
Er biss die Zähne zusammen und versuchte, sich nach außen hin nichts anmerken zu lassen. Allerdings spürte er bald, wie seine Hand langsam warm wurde, weil Cavabes French Nails immer mehr Haut mit ab kratzten.
Schließlich lockerte sich ihre Hand wieder ein wenig und sie konnte angestrengt nach Luft japsen. Die beiden Schwestern von hinter der Decke verkündeten lautstark, dass noch nichts passiert sei, was sicher für alle Beteiligten eine große Überraschung war.
So ging das Ganze von statten.
Eine Stunde lang. Zwei Stunden. Drei Stunden.
Bis die beiden Schwestern schon gar nichts mehr dazu sagten.
Bis Kaen seine blutüberströmte Hand gar nicht mehr spüren konnte, sondern nur noch eine Art Phantomschmerz, wo mal seine Hand gewesen war.
Bis Cavabe sich mit der freien Hand an den Löchern in der Kuscheldecke festkrallte, wobei sie so verzweifelt nach Luft schnappte, weil sie dem Schwindel entkommen wollte, der es ihr mit jedem Mal etwas schwärzer vor Augen werden ließ.
„I-ich kann nicht mehr…“, keuchte sie schließlich mit brüchiger Stimme. Ihr knallrotes Gesicht, das so nass war, dass niemand sagen konnte, ob ihr gerade Tränen über die Wangen liefen oder ob es nur Schweiß war, spiegelte ihre Aussage wider.
Bestimmt seit einigen Stunden hatten sie das Spiel schon getrieben und bisher hatte sie sich jedes Mal das Es-geht-nicht-mehr verkneifen können, aber jetzt ging es wirklich nicht mehr.
Ewa streichelte ihr aufmunternd über den Arm und nickte. Sie verließ ihren Posten und ging zu den beiden anderen Schwestern, mit denen sie etwas besprach.
Cavabe bekam nicht mit, was es war. Ihre Ohren dröhnten nur von ihrem hämmernden Herzschlag. Sie fühlte sich glühend, so als müsse sie vor Hitze jeden Augenblick schmelzen und gleichzeitig durchfuhr sie jedes Mal, wenn ihr wieder schwarz vor Augen wurde, weil das Zimmer sich einmal um seine eigene Achse gedreht hatte, ein kalter Schauer und schüttelte sie.
Kaen beobachtete sie mitleidig, hatte aber selbst keine Energie mehr, sich eine Lösung auszudenken. Er konnte nicht mal mehr das Problem erkennen.
Er wünschte sich nur, dass es vorbei war und Cavabe schlafen konnte…
Ihm selbst war kalt und unwohl. Sein Rücken schmerzte vom Sitzen und seine Hand war wohl schon abgestorben. Ob es wohl bald vorbei war?
Beide wurden sie schließlich davon in die Realität gezogen, dass Ewa plötzlich wieder in ihrer unmittelbaren Nähe auftauchte. Sie war offenbar eine Weile nicht da gewesen, denn sie erzählte etwas von einem Ultraschallbild, das sie eben anscheinend gemacht hatten und auf dem etwas nicht in Ordnung sei, weswegen sie etwas mit dem Chef abklären müssten.
Cavabe gab dem also ihre Zustimmung in der Hoffnung, dass es sie erlösen würde. Allerdings war diese Hoffnung eher auf längere Basis angelegt, denn die nächste Wehe war schon in Aktion getreten…
Während sie nun versuchte, diese und die folgenden Wehen auszusitzen, ohne sich zu regen, verschwammen die Farben der Zimmerdecke vor ihren Augen. Ihr Magen drehte sich dabei einmal um die eigene Achse. Ein Würgen kroch ihr in die Kehle.
Weiß und blau… Die Wölkchen… Ob sich hinter diesen Wölkchen wohl kleine Schutzengelchen aufhielten, die sie von oben beschützten? Oder waren es kleine Dämonen, die sie von dort aus verurteilten und hämisch lachten?
Vor den Wölkchen zeichnete sich eines der Wesen im gleißenden Licht ab und schwebte ganz langsam auf Cavabe zu. Es schien mit ihr in fremden Zungen zu sprechen. Sie betrachtete es mit angestrengt zusammen gekniffenen Augen. Halluzinierte sie?
Langsam hob sich nun ihre zittrige Hand von der Armlehne des Stuhls empor. Ihre Finger näherten sich dem Gesicht der Gestalt, bis sie es berührten. Das Wesen war warm und fühlte sich beinahe an, wie ein normaler Mensch.
Wie schön. Ein Schutzengel.
Aus der Ferne hörte sie ein angenehmes, entspannendes Rauschen. Meeresrauschen?
Ihre Augen suchten den Horizont nach dem Meer ab, in der Hoffnung, schon bald das kühle salzige Wasser zu erblicken, als der Engel seine Hand ausstreckte, ihr die Stirn mit einem Taschentuch abtupfte und dann die Hand dort ablegte.
„... at … llu … s hab … ihr ihr ge …“
Der Engel sprach wirklich eine seltsame Sprache. Ewa schien sie aber auch zu beherrschen, denn sie antwortete dem Engel:“… eich … ungsmi … nst … ich …“
Der Engel wandte sich wieder ihr zu: „… inai hör … u mich …“
Die Hand lag nicht mehr auf ihrer Stirn, sondern schnipste nun vor ihrer Nase herum. Dabei durchfuhr es sie wie ein Blitz: Das war kein Engel! Es war der Doc, den Ewa offenbar geholt hatte und der mit seiner Hand ihre Temperatur geprüft hatte, weil sie ihn so apathisch angestarrt und sein Gesicht betatscht hatte.
Dass sie nun wieder bei Sinnen war, merkten auch die anderen nun, die sie nur besorgt angesehen hatte. Sie senkte nun nämlich beschämt ihren Blick.
„Ihr… dürft mich dann jetzt gern erschießen…“, gab Cavabe ihr Okay,“ Ich bin fertig… mit dieser Welt…“
„Ach Quatsch!“, wedelte der Doc den Vorschlag mit seiner Hand bei Seite,“ Erschießen ist gar nicht nötig. Ich möchte nur deine Zustimmung für eine OP, weil-„ „Ja!“, fiel sie ihm prompt ins Wort, wobei sie fast von ihrem Stuhl sprang in der Anwandlung, ihn zu umarmen.
Darauf warf er Ewa nochmals einen sehr strengen Blick zu, die wieder abwehrend die Hände hob. „Sie hat nur leichte Beruhigungsmittel bekommen. Wie alle anderen auch.“
Den Blick also wieder auf Cavabe gerichtet und auch halb mit auf Kaen, welcher erstere noch immer verwundert ansah, räusperte sich der Doc.
„Ich möchte gern deine Zustimmung für eine OP, weil eine natürliche Entbindung nicht mehr möglich sein wird, weil sich dein Baby sehr ungünstig gedreht hat“, beendete er seinen anfänglichen Satz nun.
„Mit Vollnarkose?“, war alles, was Cavabe daran näher zu interessieren schien.
Er fuhr sich durch’s Haar und nickte vage. „Da das Ganze mit einer Organentfernung zusammenhängt, ja. Ich bitte dich aber das nicht einfach so leichtfertig zu entscheiden, weil es ist ein ziemlich unschöner Eingriff und-„ „Gibt es denn irgendeine andere Möglichkeit?“, unterbrach Kaen ihn nun, weil Cavabe etwa in der Mitte des Satzes aufgehört hatte zuzuhören und angefangen hatte, sich zu krümmen.
Der Doc fuhr sich mit der Zunge über die Zähne und wippte auf seinen Füßen vor- und zurück. Dann schüttelte er vage den Kopf.
„Dann haben wir doch gar keine andere Wahl“, stellte Kaen das heraus.
Der Doc nickte. Er hielt Cavabe das Klemmbrett mit der Zustimmung, sowie einen Kugelschreiber vor die Nase. „Wenn du das unterschreibst, können wir sofort anfangen“, erklärte er, während er beobachtete, wie sie bereits den Stift griff und sich bemühte, ihre Unterschrift auf den Zettel zu schmieren.
„Ich nehme an, ich soll wie von euch gewohnt alle Details über den Eingriff für mich behalten – Überlebenschancen et cetera?“
Auf die Frage hin nickten Kaen und Cavabe beide.
Der Doc seufzte, wandte sich auf dem Absatz um und machte sich auf, das Zimmer zu verlassen. Dabei wedelte er eine sehr ausschweifende Handbewegung durch die Luft, die für die Schwestern aber ganz unmissverständlich schien.
Sie taten nämlich, wie ihnen geheißen, packten Cavabe für den Transport zusammen und karrten sie in Windeseile aus dem Zimmer.
Kaen war ihr bis an die Tür hinterher gesprungen, um noch zu rufen, dass er solange auf sie wartete, als ihn der Schwindel übermannte und ihm schwarz vor Augen wurde, sodass er sich gegen den Türrahmen sacken ließ.
„Komm mit“, hörte er plötzlich eine Stimme hinter sich,“ Ich röntge deine Hand und verbinde sie auch gleich.“ Es war Ewa, die er erblickte, als er nach oben schaute. Sie lächelte ihn an und hielt ihm ihren Arm hin, um ihn abzustützen.
Das Angebot lehnte er allerdings ab und taumelte lieber eigenständig neben ihr her zum Röntgenapparat.

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Zuletzt geändert von korohasi am 26. Okt 2017 18:59, insgesamt 1-mal geändert.

26. Okt 2017 18:51

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#3990Beitrag Re: Schreibi schreibi schreibi...
9 Uhr am Sonntagmorgen war jedoch keine Zeit, zu der Luke gerade erst ins Bett ging.
Es war auch keine Zeit, zu der er gerade erst aufgestanden war.
Viel eher war es Zeit für einen fettarmen Kirschjoghurt und die dritte Tasse Kaffee, die gewöhnlich auf seine Laufrunde und die Dusche folgte.
Dementsprechend war er weder müde noch grantig, als er Chrys' Anruf annahm und ihr einen "Guten Morgen" wünschte. Vom anderen Ende der Leitung hörte er erstmal gar nichts. Weil er solche Späße von sich selbst kannte, fragte er: "Wo schläfst du jetzt eigentlich? Unter 'ner Brücke oder so?"
Schweigen. Dann: "Hab' dir meinen Standort geschickt."
Luke stellte sie auf Laut, um sich bei Maps die Satellitenansicht ihres Standorts anzusehen.
"Unter 'nem Baum also?", schloss er daraus.
"Ein Baum?", fragte sie verwirrt zurück. Einen Moment lang war wieder Stille. "Oh. Keine Ahnung, das Haus ist schon ziemlich neu."
"Du hast ein Haus?", fragte er ungläubig zurück und blickte sich in seiner kleinen Küche mit den Möbeln aus dem letzten Jahrhundert um. Anscheinend sollte er sich Brüste wachsen lassen und anfangen zu kellnern...wobei, vermutlich reichte es, wenn er sich die Haare wachsen ließ, schließlich hatte das bei Chrys auch das Gröbste geregelt.
Über diesen Gedanken musste er leise lachen, was Chrys glücklicherweise fehlinterpretierte.
"Eher eine Wohnung", räumte sie ein. "Sie lässt mich nur abends zum Arbeiten raus." Und nur in einem winzigen Zeitfenster wieder rein.
"Wer? Hast du 'ne Domina oder so als Mitbewohnerin?", erkundigte er sich interessiert.
"Die Wohnung", wiederholte Chrys. "Und wenn ich nicht pünktlich wieder da bin, setzt der Chip in meiner Hand ein Gift frei, das mich auf der Stelle bewusstlos werden lässt. Cool, was?"
Luke überlegte einen Moment, ob er das richtig verstanden haben könnte. Dann dachte er an das Ding, das er aus ihrem Arm geholt hatte, und zuckte die Schultern. Warum auch nicht.
"Richtig cool. Hast du auch Kamera-Augen und so'n Scheiß?"
"Mach dich nur lustig", murmelte sie am anderen Ende.

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- oder der Joint?


Zuletzt geändert von Lena am 26. Okt 2017 19:50, insgesamt 1-mal geändert.

26. Okt 2017 19:43
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